Wie Will Smith einer der größten Stars der 90er wurde
Erst Rap-Star, dann Sitcom-Liebling und anschließend Kino-König: Will Smith wurde in den 90ern zur Ausnahmefigur. Geht so eine Karriere heute überhaupt noch?
Erst Rap-Star, dann Sitcom-Liebling und anschließend Kino-König: Will Smith wurde in den 90ern zur Ausnahmefigur. Geht so eine Karriere heute überhaupt noch?
Rap der 90s wird auch als "Golden Age Hiphop" bezeichnet. Der Sound war noch experimentell und innovativ aber dennoch erfolgreich und beliebt. Jetzt hier einschalten!
Bevor Will Smith zu einem der größten Filmstars der Welt wurde, war er der Fresh Prince. Schon als Teenager begann er zu rappen, veröffentlichte noch während der Highschool seine erste Single und startete in den 80ern gemeinsam mit DJ Jazzy Jeff durch.
Als Duo DJ Jazzy Jeff & The Fresh Prince veröffentlichten die beiden mehrere Alben, darunter „Rock the House“, „He’s the DJ, I’m the Rapper“ und „And in This Corner...“. Der Sound war zugänglich und weit entfernt vom Gangsta-Rap.
1989 schrieben DJ Jazzy Jeff & The Fresh Prince Musikgeschichte: Mit "Parents Just Don’t Understand" gewannen sie den ersten Grammy für einen Hiphop-Song. In den folgenden Jahren kamen weitere Grammy-Nominierungen dazu. Also sah eigentlich alles nach einer langen Karriere als Rapper aus. Doch hinter den Kulissen gab es ein Problem: Will Smith hatte viel Geld ausgegeben und konnte seine Steuerschulden nicht mehr zahlen.
Als die NBC 1990 eine Sitcom rund um Will Smith entwickeln wollte, kam das Angebot für ihn damit genau zur richtigen Zeit. Er hatte zwar keine Schauspielerfahrung, aber brauchte das Geld und wagte den Sprung. Daraus wurde „The Fresh Prince of Bel-Air“.
Die Serie passte perfekt, weil sie seine öffentliche Figur einfach vergrößerte. Will Smith spielte eine fiktionalisierte Version des charismatischen und lauten Rappers, den viele ohnehin schon kannten.
In seiner Autobiografie „Will“ beschreibt Will Smith, den ungewöhnlich schnellen Prozess: „Für Hollywood-Verhältnisse grenzten Konzeption, Casting, Drehbuch, Deals, Setdesign, Dreh, Schnitt und Ausstrahlung von ‚The Fresh Prince of Bel-Air' an ein Wunder. Serien entstehen eigentlich nicht so schnell. Alles lief perfekt.“
Nach dem Erfolg von "The Fresh Prince of Bel-Air" war Will Smith zwar berühmt, aber kein automatisch ernstzunehmender Schauspieler. Genau das wollte aber sein Manager James Lassiter. Nach kleineren und stärker beachteten Filmrollen, wie in „Six Degrees of Separation“, stellte sich die entscheidende Frage: Was ist eigentlich das Ziel?
Irgendwann soll James Lassiter Will Smith gefragt haben: „Was machen wir eigentlich hier? Wo soll deine Karriere hinführen?“ Wills Antwort darauf schlicht und einfach: „Ich will der größte Filmstar der Welt werden!“ Und damit begann der Hollywood-Plan.
Mitte der 90er gelang ihm dann genau dieser Sprung in die große Kinowelt. Mit Blockbustern wie „Independence Day“ und „Men in Black“ wurde er endgültig zu einem gefragten Schauspieler und Kino-Star.
Aber das eigentlich Besondere daran war, dass Will Smith seine Musik nicht hinter sich lassen musste. Bei „Men in Black“ landete er mit dem Titelsong gleichzeitig einen riesigen Hit. 1998 wurde dann zu seinem Peak-Jahr: Musikvideos, Singles, Auszeichnungen und Kinoerfolge liefen parallel.
In „Will“ erklärt Will Smith, dass ihm die Schauspielerei plötzlich viel mehr Möglichkeiten gab als die Musik: „Ich hatte gefunden, was wirklich zu mir passt. Beim Schauspiel konnte ich all meine kreativen Seiten ausleben. Zum ersten Mal fühlte sich eine Bühne groß genug an für alles, was ich zeigen wollte. Schauspiel fühlte sich an, als würde ich in ein unendliches Universum entlassen."
Bei einer Eröffnung von Planet Hollywood in Australien traf Will Smith dann auf Bruce Willis, Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger, also drei der größten Filmstars ihrer Zeit. Will fragte sie ganz direkt, wie man der größte Filmstar der Welt wird.
Arnold Schwarzenegger erklärte ihm daraufhin, dass Erfolg in Amerika allein nicht reicht: „Du bist kein Filmstar, wenn deine Filme nur in Amerika erfolgreich sind. Du bist erst ein Filmstar, wenn jeder Mensch in jedem Land weiß, wer du bist. Du musst um die Welt reisen, jede Hand schütteln, jedes Baby küssen. Stell dir vor, du bist ein Politiker, der für das Amt des größten Filmstars der Welt kandidiert.“
Natürlich gab und gibt es schon immer Schauspieler, die nebenbei auch singen oder Sänger, die nebenbei schauspielern: Christina Aguilera, Jack Black, Cher oder Lady Gaga fallen einem da direkt ein. Aber bei Will Smith war das besondere, dass er in beiden Welten ganz oben war.
Er war nicht bloß ein Rapper mit Cameo-Rollen und auch kein Schauspieler mit einem netten, kleinen Musikprojekt. Er war ein etablierter Rapper, ein Sitcom-Star und anschließend ein echter Blockbuster-Garant.
Theoretisch kann so eine Karriere wie bei Will Smith auch heute noch stattfinden. Praktisch ist es allerdings viel schwerer geworden.
Stars wechseln zwar ständig zwischen Musik, Film, Serien, und Social Media. Aber genau deshalb ist der Effekt nicht mehr derselbe. In den 90ern waren Fernsehen, Kino, Musikvideos und Radio noch klarere Massenmedien. Wenn jemand dort gleichzeitig ganz oben war, bekam es fast jeder mit.
Außerdem war Will Smiths Weg speziell: erst erfolgreicher Rapper, dann eine Sitcom, die perfekt auf seine Persönlichkeit zugeschnitten war und danach Blockbuster, plus Musik-Hits zu genau diesen Filmen. Er erkannte Chancen schnell und wechselte Rollen, bevor er feststeckte. Vielleicht ist das der Grund, warum bis heute kaum jemand diesen Lauf wirklich wiederholt hat.
Wenn ihr etwas googelt, bekommt ihr neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Mit 90s90s als bevorzugter Quelle in Google, landen unsere Updates noch schneller bei Euch.
Fügt hier 90s90s.de als bevorzugte Quelle hinzu. Dadurch werden Euch unsere Musiknews häufiger direkt in den Google-News angezeigt.