Suede & Manic Street Preachers gehen auf Tour
Die gemeinsamen Shows von Suede und Manic Street Preachers versprechen große Songs und zwei unterschiedliche Perspektiven auf die 90er.
Die gemeinsamen Shows von Suede und Manic Street Preachers versprechen große Songs und zwei unterschiedliche Perspektiven auf die 90er.
Viele denken in erster Linie an Oasis oder Blur, wenn es um Britpop geht. Hier bekommt ihr aber auch die Songs von Supergrass, Pulp, Ash, Elastica und natürlich den Manic Street Preachers!
Dass James Dean Bradfield von einer „shared DNA“ spricht, ist kein PR-Satz, sondern eine ziemlich treffende Kurzbeschreibung. Denn auch wenn Brett Anderson mit Suede und James Dean Bradfield mit den Manic Street Preachers musikalisch unterschiedliche Wege gegangen sind, eint sie der Anspruch, mehr als nur Songs zu liefern.
Brett Anderson steht mit Suede für das stilisierte Großstadt-Drama, das sich in Songs wie „Beautiful Ones“ oder „Trash“ verdichtet. James Dean Bradfield dagegen hat mit den Manic Street Preachers Alben wie „Everything Must Go“ oder „This Is My Truth Tell Me Yours“ geprägt, die politisch aufgeladen und zugleich massentauglich waren. Zwei Ansätze, die sich nie wirklich angenähert haben – aber immer auf Augenhöhe standen. Während Brett Anderson mit Suede Anfang der 90er den Boden für Britpop bereitet hat, noch bevor Oasis und Blur die Charts dominieren, positioniert sich die eher als Gegenpol. Das zeigt sich nicht nur im Sound, sondern auch in der Haltung. Brett Anderson inszeniert mit Suede eine Welt zwischen Glamour und Abgrund, in der Identität und Oberfläche bewusst verschwimmen. James Dean Bradfield hingegen nutzt die Manic Street Preachers, um politische und gesellschaftliche Themen direkt anzusprechen. Diese Differenz ist kein Widerspruch, sondern genau das Spannungsfeld, das die 90er geprägt hat.
Mitten in die Harmonie von Brett Anderson und James Dean Bradfield grätscht ausgerechnet Liam Gallagher – natürlich über X, natürlich ohne Filter. Auf die Ankündigung der gemeinsamen Tour reagierte Liam Gallagher erst mit einem knappen „Fuck them“ und legte dann nach: Beide Bands seien „shit“ und hätten „keine Attitüde, keinen Swagger und keinen Style“, außerdem würden sie „wie Immobilienmakler aussehen“. Für Brett Anderson und James Dean Bradfield kommt die Breitseite nicht völlig überraschend, denn Liam Gallagher hat sich schon in den 90ern über andere Bands definiert – nur gehört diese Art von Stichelei heute fast schon zum Ritual. Interessant wird es erst im zweiten Schritt: Kurz darauf relativierte Liam Gallagher selbst seine Aussagen.
Die entscheidende Frage für 2026 ist, ob diese beiden Welten auf einer Bühne zusammen funktionieren. Die Antwort ist erstaunlich klar: ja. Denn sowohl Brett Anderson als auch James Dean Bradfield wissen, wie man große Räume füllt – musikalisch und emotional. Die gemeinsame Tour wirkt weniger wie ein Blick zurück, sondern als Lebenssignal des Britpop. Für Fans ist diese Tour fast ein Best-of der Dekade in Echtzeit. Brett Anderson repräsentiert mit Suede den Aufbruch und die ästhetische Selbstvergewisserung der frühen 90er, während James Dean Bradfield mit den Manic Street Preachers die politische und emotionale Tiefe dieser Zeit verkörpert. Dass beide Bands heute gemeinsam auftreten, zeigt auch, wie sehr sich die Wahrnehmung der 90er verändert hat. Was früher als Gegensätze galt, wird heute als Ergänzung verstanden. Brett Anderson und James Dean Bradfield liefern damit eine Art Live-Kommentar auf ihre eigene Ära. Würde nun noch fehlen, dass die Bands das Konzept auch nach Deutschland bringen. Fans wissen natürlich, dass die Manic Street Preachers und Suede schon in den 90ern zusammen unterwegs waren. 1994 gab es in dieser Zusammensetzung eine große Europa-Tour.
Mein Gott, das ist ja ewig her, oder? Ich erinnere mich noch ganz genau an diese Konzerte, weil Richey [Edwards, der heute vermisste Gitarrist] gerade von dem zurückkam, was man wohl ein emotionales Ereignis nennen könnte, und darauf bestand, unbedingt wieder mit auf Tour zu gehen. An manchen Stellen sind wir sehr vorsichtig mit Richey umgegangen...
Wenn Ihr mehr über das Verschwinden von Richey Edwards von den Manic Street Preachers wissen wollt, empfehlen wir Euch die entsprechende 90s90s POP CRIMES Folge, die Ihr hier anhören könnt.
Stars, Hits und Skandale - darum gings in den 90ern gerne mal. Ein Jahrzehnt mit großartiger Musik und einer unfassbaren Popkultur. Aber dahinter verbirgt sich auch gerne eine dunkle Seite, mit Verbrechen und skandalösen Geschichten. Egal ob Snoop Dogg, Charlize Theron oder Kurt Cobain. Pop Crimes erzählt die wahren Geschichten hinter den Stars. Alle weiteren Infos zu den Fällen und exklusives Material findet ihr auf 90s90s.de
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